Verwertung und Recycling von Hausmüllverbrennungsasche nach Umweltvorschriften

Die Verwertung von Hausmüllverbrennungsasche bzw. Müllverbrennungsschlacke unterliegt entsprechenden Umweltvorschriften

Ersatzbaustoffe: Die Natur hat Vorrang

Beim Einsatz von Ersatzbaustoffen wie Recyclingbaustoffen, industriellen Nebenprodukten oder Hausmüllverbrennungsasche bzw. Müllverbrennungsschlacke sind neben den technischen Vorgaben die entsprechenden Umweltvorschriften zu beachten. Dabei haben bei der Verwertung von Sekundärbaustoffen die Schutzgüter Grundwasser und Boden Priorität – so wie es auch im Wasserhaushaltsgesetz (WHG), im Bundes-Bodenschutzgesetz (BBodSchG) und in der Bundes-Bodenschutzverordnung (BBodSchV) verankert ist.

Grundlegende Umweltvorschriften

Zurzeit gibt es noch keine bundeseinheitliche Regelung der Anforderungen an die Umweltverträglichkeit von Ersatzbaustoffen. Dies ist zurzeit mit der sogenannten Ersatzbaustoffverordnung (EBV) als Teil der Mantelverordnung noch in Arbeit. So lange gelten im Straßen- und Erdbau die länderspezifischen Regelungen bezüglich der Umweltverträglichkeit. Viele Bundesländer arbeiten in Anlehnung an die Mitteilung 20 der Länderarbeitsgemeinschaft Abfall (LAGA M20). Einige Bundesländer haben eigene Regelungen, zum Beispiel hat NRW eine Reihe von Erlassen zu diesem Thema als gesetzliche Grundlage geschaffen.

Müllverbrennungsschlacke wird in Übereinstimmung mit Umweltvorschriften verwertet

Weitere Informationen zu Umweltvorschriften bietet das Handbuch Ersatzbaustoffe. Kostenfrei bestellen

Unterscheidung der Verwertungsgebiete

Sowohl die LAGA M20 als auch die Gemeinsamen Runderlasse NRW definieren die Verwertungsgebiete aufgrund ihrer Bedeutung für den Grundwasser- und Bodenschutz. Bei der Festlegung der möglichen Anwendungsgebiete wird zwischen Verwertung innerhalb und außerhalb von Wasserschutz-, Heilquellenschutzgebieten, Überschwemmungsgebieten und hydrogeologisch sensitiven Gebieten unterschieden. Der Einsatz innerhalb der vorgenannten Gebiete erfordert immer eine tiefer gehende Untersuchung der geologischen und hydrogeologischen Verhältnisse vor Ort. Dies bedeutet erhöhten Aufwand und kann bei vielen Baubeteiligten zu Unsicherheiten bezüglich der Einsatzmöglichkeit führen.

Wasserschutzgebiete I und II: Kein Einbau von HMV-Asche erlaubt

Der Einsatz in Wasserschutzzonen und Heilquellenschutzgebieten der Kategorien I und II ist unzulässig.

Eingeschränkter Einsatz von HMVA in WSG IIIA/HSG III und WSG IIIB/HSG IV

Der Einsatz innerhalb der Wasserschutzzonen WSG IIIA/HSG III und WSG IIIB/HSG IV ist sowohl nach LAGA M20 als auch nach den Runderlassen NRW bedingt zulässig. Hier sollte eine Einzelfallprüfung erfolgen.

HMV-Asche: Einsatz möglich außerhalb von Wasserschutzgebieten

Der Einsatz außerhalb von Wasserschutz-, Heilquellenschutz- und Überschwemmungsgebieten sowie von hydrogeologisch sensitiven Gebieten ist grundsätzlich zulässig.

Handlungsempfehlung

Es ergibt sich die Empfehlung, Hausmüllverbrennungsaschen (HMVA) in Übereinstimmung mit den ökologischen und bautechnischen Vorgaben nur außerhalb von Wasserschutz-, Heilquellenschutz- und Überschwemmungsgebieten sowie außerhalb hydrogeologisch sensitiver Gebiete einzusetzen. Folgende Bedingungen gelten:

  • Ein Mindestabstand von Schüttkörperbasis und höchstem zu erwartenden Grundwasserstand von mindestens 1 m sollte immer eingehalten werden.
  • Der Mindestabstand zu korrosionsfähigen Bauten beträgt mindestens 0,5 m.
  • Bei privaten Bauvorhaben muss aufgrund kommunaler Vorgaben vor Baubeginn eine wasserrechtliche Einbaugenehmigung erwirkt werden.
  • Die Konstruktion sollte unter wasserundurchlässiger Deckschicht wie Beton, Asphalt oder Bitumenanspritzung erfolgen.